Es wird immer wilder: Da sollen vegan essende Zwillinge gesundheitliche Vorteile haben und langsamer altern, und grade will eine Studie gezeigt haben, dass Fleischessen zu Diabetes führt. Wer sich das näher anschaut, stellt bald fest, wie sehr da "überinterpretiert" wird…
In den letzten Monaten sind in Zusammenarbeit mit meiner geschätzten Kollegin Julia Tulipan aus Wien fünf neue “Science Talks” entstanden. Sie behandeln folgende Themen, die wir spannend und diskussionswürdig fanden:
exogene Ketone
Fruktose als Überlebens- und Fettschalter
Lean Mass Hyperresponder
die Protein-Hebel-Hypothese zur Entstehung der Adipositas
Geschichte der Fettempfehlungen
Spoiler: Wir haben stets versucht, die halbe Stunde an inhaltlicher Zeit nicht zu überschreiten!
Unter den folgenden verlinkten Abbildungen gelangt man direkt zu den Episoden. Dort finden sich außerdem die wichtigsten Aussagen, die verwendeten Quellen und die Transkripte der Podcasts.
Möge Weihnachten 2023 Euch allen schöne Tage bringen, angenehme Begegnungen, gutes Essen und Trinken, anregende Gespräche, Zeit zum Ausspannen und für Bewegung. Und natürlich das eine oder andere Päckchen! Ich bin dieses Jahr reich beschenkt worden, nicht nur materiell. Danke…
Heute erscheint mein neues Buch “Ganz einfach Keto!”, und ich bin sehr glücklich darüber, denn dieses Projekt hat sehr viel Spaß gemacht! Danke an meine Koautorin Ulrike Kämmerer, an die Designerin Antje Therés Kral und an den Verlag Thomas Kubo! Ein tolles Team.
Die PURE-Studie, die größte Beobachtungsstudie der Welt, ermittelte und validierte anhand von Daten aus 80 Ländern eine einfache Skala, um Aussagen über eine herz- und gefäßgesunde Ernährung und die Lebenserwartung zu treffen. Und damit sorgte sie bei manchen Zeitgenossen für Überraschungen: So gehörten vollfette Milchprodukte zu den 6 Lebensmitteln der Skala, ebenso wie Fisch und Nüsse, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte. Fleisch wurde gar nicht in die Skala aufgenommen, denn es änderte weder die Risiken für Herz- und Gefäßkrankheiten noch für die Sterblichkeit nennenswert! Von der “Überraschung”, dass vollfette Milchprodukt ein wesentlicher Teil einer gesunden Ernährung sein können, las man durchaus in den Medien. Von der zweiten, dass nämlich der Konsum von Fleisch kein Risiko darstellt, war kaum die Rede. Auch nicht von der dritten “Überraschung”, die mit der Planetary Health Diet (PHD) zu tun hat, die uns seit 2019 kritiklos als gesund für Mensch und Erde angepriesen wird.
Letzte Woche besuchte ich zusammen mit der Kollegin Julia Tulipan die 3. Keto Live Conference in Bergün in der Schweiz. Es war eine sehr lehrreiche und anregende Woche, von der ich das eine oder andere Highlight berichten möchte, zunächst zum Thema Ketone und Immunfunktion bei viralen Infekten. Dazu habe ich (ganz) kleines Interview mit Prof. Dr. Christoph Wilhelm vom Medizinischen Institut der Klinischen Chemie und Pharmakologie der Universität Bonn geführt, der in Bergün einen Vortrag dazu gehalten.
Prof. Christoph Wilhelm, Universität Bonn, ist Immunpathologe und hat sich damit beschäftigt, wie Ketonkörper die Aktivität und die Energieversorgung von Immunzellen unterstützen können.
Heute möchte ich eine Studie vorstellen, die altbewährte “Gewissheiten” in Frage stellt und nicht weniger als einen Paradigmenwechsel fordert. Es geht darum, welche Naturgesetze die Entstehung von Übergewicht erklären. Nach Ansicht des finnischen Wissenschaftlers Anssi Manninen ist es jedenfalls NICHT die Kalorienbilanz! Er meint auch NICHT das Kohlenhydrat-Insulin-Modell (CIM) von David Ludwig et al., das die hormonellen Auswirkungen insbesondere der Kohlenhydrate in den Mittelpunkt stellt und über das ich auch schon gebloggt hatte, denn letztlich argumentiert das CIM auch im Rahmen des Energiebilanzmodells. Das jedoch soll gar nicht geeignet sein, um die Entstehung von Übergewicht zu erklären.
Das Thema meines heutigen Blogbeitrages hat nicht direkt mit low-carb, keto oder Fetten zu tun. Ich finde es aber dennoch extrem wichtig, weil es beispielhaft zeigt, wie leicht wir voreilige Schlüsse ziehen, vor allem, wenn es um das Dicksein und die Sterblichkeit geht. Höchste Zeit also, etwas differenzierter hinzuschauen.
Die von vielen Ernährungsberaterinnen gelesene Fachzeitschrift Ernährungs Umschau veröffentlichte eine Stellungnahme, in der dazu aufgerufen wird, Krebspatienten und -patientinnen von “der Anwendung einer kohlenhydratarmen oder ketogenen Diät” abzuraten. Was ist davon zu halten?
Als “neuen Ansatz gegen Darmkrebs” werden die Ergebnisse einer Studie gefeiert, die ergaben, dass eine ketogene Ernährung ebenso wie das Keton Beta-Hydroxybutyrat (BHB) Mäuse vor Darmkrebs schützen und das Wachstum vorhandener Tumore bremsen konnte. Auch in menschlichen Zellkulturen konnte BHB das Tumorwachstum hemmen. Die Originalarbeit ist in Nature veröffentlicht, eine Besprechung des Artikels findet sich z. B. unter dem Titel “Keto-Molekül gegen Darmkrebs” im Wissenschafts-Newsletters Scinexx vom 27. April. Bei dieser Überschrift frage ich mich unweigerlich: Brauchen wir jetzt keine ketogene Ernährung mehr?